Dienstag, 13. Mai 2014

Kürbis? Um diese Jahreszeit?

Je länger ich an diesem Knäul wickelte, desto ähnlicher wurde es einem Kürbiskopf - zugegeben, einem kleinen Kürbis. Hokkaido im Jugendstadium. Das Garn ist diesmal nicht so filigran geworden wie in der vorigen Woche, es hat "nur" eine Lauflänge von 585m/100g. Aber ich denke, ich werde die Wolle miteinander verarbeiten können.  Im Untergrund mein zweiter Sonnenstrahlenquilt, den ich heute und morgen beenden werde, da er am Donnerstag zum Fototermin antreten darf. Langsam rückt unsere Genfer Ausstellung in greifbare Nähe. Noch sind 6 Meter mit der Hand zu sticheln und gefühlte 658 Fäden zu verstechen - dann ist auch dieses Projekt abgeschlossen.
Und was macht Ihr so "creadienstags"?



Dienstag, 6. Mai 2014

Frühling

Die Farben meines aktuellen Strick- und Spinnzeugs sehen denen der Frühlingswiesen ringsum recht ähnlich: grün mit gelben und rotbräunlichen Farbtupfern.

Momentan übe ich , Wolle für Lacetücher möglichst dünn auszuspinnen. Mein Ziel war ursprünglich, die 420m pro 100g zu erreichen, aber mit dieser grüngelben Wolle bin ich weit übers Ziel hinausgeschossen: Es sind 390m, die gerade mal 60g wiegen. Damit bin ich bei einer Lauflänge von 651 Metern! Ich kann es selbst kaum glauben. Diese selbstgefärbte Shetlandwolle läuft wie von selbst ins Spinnrad, ich kann mich immer nur schwer wieder losreißen.

Im Untergrund seht Ihr mein Ufo, an dem ich mal wieder weiterstricke. Seit Wochen denke ich: Bis zum Donnerstag bekommst Du die Jacke fertig. Ob ich es bis übermorgen schaffen werde? Das Schwierigste daran ist, die Rufe des Spinnrads zu ignorieren...



Und was macht Ihr so "creadienstags"?

Donnerstag, 1. Mai 2014

Zwiebelzopf

...ist der Name dieser Jacke. Die Wolle ist mit Zwiebelschalen gefärbt, die gelben Schattierungen mit gelber Schale, die grünen mit roter.

Das Foto zeigt die Färbungen auf Sockenwolle: Zwiebelschale ergibt ungeheuer intensive leuchtende Farbtöne - und Sonja, mein Pommelchen, das mir mal eine liebe Frau geschenkt hat. Es passt auch heute noch auf meine Stricksachen auf.



Die Jacke wurde in Patchworktechnik gestrickt, Zopffläche für Zopffläche. Wenn eine Partie beendet war, nahm ich seitlich mit dunkelgrün gefärbter Wolle Maschen auf, strickte hin und her, nahm neue Maschen auf für den nächsten Zopf, strickte den bis hoch undsoweiter.

Diese Technik ist mir einmal in der S-Bahn nach München begegnet - ich war ganz fasziniert von dem Teil, das diese Frau dort strickte.

Damals - 2008 - war das Patchworkstricken noch nicht verbreitet, jedenfalls noch nicht auf unserem Dorf.

Eigentlich hatte ich gehofft, heute mein Ufo zeigen zu können, von dem ich schon vergangene Woche berichtet habe - aber das weigert sich hartnäckig, sich fertigstellen zu lassen. Ich dachte es bald soweit zu haben, steckte es in die Waschmaschine - und beim Trocknen stellte sich heraus, dass die vordere Passe innen (aus anderer Wolle unbekannter Herkunft und Zusammensetzung) sich nicht dehnt! Also darf ich wieder die Blenden abräufeln, die Innenpasse verlängern, neu zusammennähen, Blenden neu stricken...... Phhhhh!

Also ab zu "Rums" mit dem Zwiebelzöpfchen!
Habt einen schönen Maifeiertag!



Dienstag, 29. April 2014

Ich glaub, ich spinne... soooo viel Wolle!


In den vergangenen Wochen habe ich viel Zeit am Spinnrad zugebracht. Ich habe aus der Wolle auf dem obersten Bild (Merino aus der Wollfabrik, Farbe Beere multicolor und Pink) auf einer Spule und den Batts vom 3.3. nebst einem multi-blauen Strang und braunen Resten auf der anderen eine dünne Wolle gezwirnt für einen Kapuzenmantel.

Insgesamt sind es 3650m geworden bei einer Lauflänge von durchschnittlich 416m pro 100g - das dürfte reichen.
Mittlerweile ist alles auf Knäuel gewickelt, bei denen ich auf der Unterseite den Farbverlauf sehen kann - und eine Strickprobe ist auch schon angefertigt, damit ich die Mantelkonstruktion berechnen kann.


Und was macht Ihr so "creadienstags"?




Montag, 28. April 2014

Zwölftelblick im April

Das Grün ist mit aller Wucht hervorgekommen, innerhalb weniger Tage.

Noch dominieren die Ebereschenfrüchte vom Vorjahr das Gesamtbild, aber an den Zweigspitzen sitzen die neuen Blätter.

Schon im kommenden Monat wird alles grün sein.

Ich bin gespannt, ob die Bäume dann noch so transparent sein werden.









Mehr Zwölftelblicke gibt es bei Tabea.

Freitag, 25. April 2014

Erste Kammzugfärbungen

Mir hat es in den Wochen vor Ostern in den Fingern gekribbelt nach Farbe, besonders nach GRÜN. Also habe ich mich erstmal herangetastet. Auf dem Dachboden fand ich glänzende, dunkelgraue Kammzüge aus argentinischer Wolle, die ich farblich so scheußlich fand, dass ich sie zum Probieren hernahm. Als sie mit grüner Sewo-Farbe vollgesaugt waren, fand ich sie einfach nur noch schön. Sie hatten sich so komplett verwandelt zu einem tiefen Grün - wie im Märchen. Diesen Strang habe ich gleich angesponnen.
Damit das Strickgarn nicht gar so eintönig wird, habe ich einen helleren Grauton Gotlandwolle - unten im Bild - und wollweiße Shetland - oben im Bild - mit dem Farbsud überschüttet, diesmal mit gelben und blauen Abstufungen darin. Allerdings hatte ich mich verschätzt, diese Wolle ist wesentlich dunkler geworden als erwartet und bildet nicht den gewollten Kontrast zu der dunkelgrünen. Farblich ist nicht mehr zu unterscheiden, welches die graue und welches die weiße Wolle war.


Daher habe ich am nächsten Tag noch einen Strang schneeweißer Falklandwolle - obere Bildmitte - gebuntet. Dafür habe ich wenige Krümelchen des Sewopulvers aus Gelb, Terra und Grün (aus Türkis und Zitrone) in Essigwasser aufgelöst. Auch diese dünnen Farben ergaben eine erstaunliche Intensität. Ich freue mich schon aufs Spinnen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen Traumvogel: grüner Untergrund mit bunten Federn...

Donnerstag, 24. April 2014

Patchworkstricken mit verkürzten Reihen

Guten Morgen, meine Lieben,
Ostern ist vorüber: Das Blogfasten ist vorbei.
Ich habe in den vorösterlichen Fastenwochen versucht, meine Internetkontakte auf das Unverzichtbare zu beschränken und habe gestaunt, wieviel mehr Zeit mir damit im wirklichen Leben zur Verfügung steht. Andererseits fehlten mir diese virtuellen Begegnungen doch sehr.

Momentan arbeite ich meine Ufos auf, unter anderem eine Strickjacke im Patchworkstil nach Horst Schulz, die sich als Endlosprojekt entpuppt. Ich glaubte sie schon beendet zu haben, aber jetzt hat sie sich nach dem ersten Waschen so sehr verzogen, dass ich die vorderen Passen wieder auftrennen und verlängern muss.

Also zeige ich Euch heute das Vorgängermodell, das ich vor Jahren nur für mich ganz schnell - in wenigen Wochen - gestrickt hatte, aus dickem Dochtgarn. Damit wollte ich mich mit dieser Technik, dem Patchworkstricken mit verkürzeten Reihen, vertraut machen. Dass ich diesen äußerst warmen, kuscheligen, bequemen Mantel sehr liebe, brauche ich wohl nicht zu sagen. Das sieht man schon am Zustand des Maschenbildes: Der Mantel ist schon recht verfilzt, aber glücklicherweise fällt er noch lange nicht auseinander.

























Die Knöpfe habe ich damals extra für diesen Mantel getöpfert. Ich war mir damals unsicher, ob ihre Musterung nicht zu filigran sei für das grobe Maschenbild. Als ich sie aber erstmal angenäht hatte, konnte ich mir nichts Geeigneteres mehr vorstellen.

Ich hoffe, Euch bald mein aktuelles Modell vorführen zu können, weil ich vorher nichts Neues beginnen möchte. Meinen Vorsatz, immer erst etwas anzufangen, wenn mindestens ein Ufo abgeschlossen ist, habe ich bisher einhalten können, aber diese Jacke stellt meine Geduld auf eine harte Probe, mir juckt mein Erinnerungsponcho in den Fingern, mit dem ich endlich loslegen möchte.

Und nun ab damit zu "Rums" - rund ums Weib!