Freitag, 7. März 2014

Erinnerungen

Erinnerungen sind kostbar. Das weiß jeder, der mal mit Totalamnesie aus dem Koma aufgewacht ist. Auf Erinnerungen muss man aufpassen, sich an ihnen freuen, sie festmachen, damit sie sich wie ein Faden durchs Leben ziehen.
Diese Woche freue ich mich ganz besonders, ununterbrochen, über den Montag.

Nein, ununterbrochen ist nicht richtig. Am Dienstag haben wir meine Freundin C. beerdigt. Auch diese Trauerfeier ist eine schöne Erinnerung voller Musik und Segenswünsche. Der Kirchenchor sang "...schenk mir Gedanken der Stille...", als an diesem nebligen Morgen die Sonne durchbrach und die bunten Glasfenster zum Leuchten brachte. Das war wie ein Wunder - aber keine Freude, sondern Traurigkeit.

Die Begegnungen am Montag aber werden mich als reine Freude begleiten. Der Tag war so rund und voller Erlebnisse. Ich habe jetzt meine Lieblingswolle entdeckt, die sich ganz von selbst verspinnt - ich brauche nur am Spinnrad sitzen und zusehen, wie ein weicher, dünner Faden ins Rad läuft. Es ist Neuseelandlamm. Ob das Babyschaf wirklich auf den grünen Hügeln südlich des Äquator, wo die Sonne im Norden steht, geweidet hat? Oder nur seine Vorfahren?

Am Montag habe ich etliche Garne meiner Besucherinnen ausprobieren dürfen. Heute morgen habe ich die Wolle für meinen Poncho fertiggestellt, darin ist diese schneeweiße Lämmchenwolle versteckt und goldbraunes Kamel. Hihi: verstecken werden sich diese beiden wohl nicht, eher herausleuchten aus der ansonsten in Grau- und Blautönen gehaltenen Wolle. Die Lammwolle drängelt sich in Spulenmitte ins Auge.

Ich freue mich: Etwa 1800 Meter auf 850g Erinnerungsgarn sind gesponnen. Die genauen Werte habe ich erst, wenn die Wolle von der Spule noch ausgemessen und -gewogen ist.

Freitag ist Freutag.

Mittwoch, 5. März 2014

Ein Tag voll bunter Wolle

























Der Montag war ein Tag, den ich sehr genossen habe. Obwohl wir uns im wirklichen Leben nicht sooooo gut kannten, haben wir munter drauflosgeschwatzt und gelacht und nebenher Wolle an der Trommelkarde und an den Spinnrädern bearbeitet. 
Ich habe viel gelernt, zum Beispiel, dass das Kardieren nicht, nein, niemals, direkt aus den Flocken auf die Walze gegeben werden darf, sondern auch hier muss ich zupfen, zupfen, zupfen... Ja wozu habe ich sie denn dann? Ganz einfach: Zum Farben mischen. Zum Batts anfertigen, die sich ungleich einfacher als gezupfte Flocken ins Spinnrad laufen lassen und die schon vorab einen Eindruck vermitteln, wie die Faser dann aussehen könnte.
Den gestrigen Tag habe ich damit verbracht, am Rad alle meine Schätze anzuspinnen und den Montag noch einmal in Ruhe an mir vorüberziehen zu lassen.Mir ist auch wieder eingefallen, dass ich nicht, wie bisher, die frisch gesponnene Wolle sofort verzwirnen soll, sondern besser einen Tag abwarte, damit sich der Drall in der Faser setzen kann. Es leuchtete mir gleich ein. Das konnte ich noch nicht ausprobieren, erst müssen mal zwei Spulen gefüllt werden - am besten mit diesen violett-lila-rot-blauen Batts, die ich mit einem Lila in verschiedenen Helligkeitsstufen verzwirnen möchte. 

Als nächstes möchte ich einen Kammzug färben, den ich dünn ausspinnen und navajoverzwirnen möchte, wie das Garn auf dem linken Bild. Auch diese Zwirntechnik habe ich gelernt - und begriffen. 

Über den "langen Auszug" kann ich das leider nicht behaupten, dabei ist mir immer der Faden gerissen. Und: Ich kann ich nicht leiden! So! Der kommt mir so bald nicht wieder ins Haus! :-)



Ich habe den Kopf wieder voller Pläne, ist das nicht wunderbar? Nach solchen anregenden Begegnungen fühle ich mich so lebendig. Vielen Dank, Ihr drei!

Freitag, 28. Februar 2014

Vorfreude

ist die schönste Freude. Die kann einem niemand nehmen. Ganz egal, wie es dann wirklich sein wird, schon allein die Vorfreude sorgt für eine gute, aufgeschlossene Grundstimmung.

Kommenden Montag bekomme ich Besuch von drei Frauen, denen ich über das Internet begegnet bin und vor denen ich große Hochachtung verspüre. Wir wollen einen Tag zusammen verspinnen - ich freue mich darauf sehr.

Gestern habe ich schon Vogelfutter gebacken und Pralinen gerührt - aus Feigen, Datteln, Marzipan und natürlich ganz viel Nougat und Schokolade. Hoffentlich esse ich nicht schon vorher alles auf, weil ich so aufgeregt bin.

Am Sonntag werde ich dann noch einen Hirschgulasch kochen und einen Kuchen backen - und die ganze Zeit schmiede ich dabei Pläne, was wir am Montag an unseren Spinnrädern, Handspindeln und Kämmbrettern anstellen werden - und freue mich.

Freitag ist Freutag.


Mittwoch, 26. Februar 2014

Zwölftelblick im Februar

Heute sieht es natürlich nicht mehr so aus am Marterl, dazu ist es schon seit Wochen zu warm.

Aber Anfang Februar habe ich den wahrscheinlich einzigen Wintertag dieses Monats erwischt - und ich wollte doch wenigstens ein Schneebild in meiner Serie.

Dieses Wegekreuz ist tatsächlich sehr groß, ich schätze mal, an die vier Meter wird es hoch sein. Die anderen in der Gegend sind zwei bis zweifünfzig hoch und gesellen sich in der Regel zu einer Bank unter einen hohen Baum.

Weitere Zwölftelblicke gibt es bei Tabea.

Dienstag, 25. Februar 2014

Artyarn

Ist das jetzt schon "artyarn"?
Ich habe kleine Kullerchens gefilzt - wahrscheinlich furchtbar umständlich, ich habe ewig gebraucht dafür. Die habe ich auf Knopflochgarn gefädelt und zusammen mit zwei Schafwollsträngen verzwirnt.

Besonders auf meinem gequilteten Tascheninnenleben gefällt mir das.
Und was macht Ihr so "creadienstags"?

Dienstag, 18. Februar 2014

Fransengarn


Heute habe ich versucht, ein Fransengarn zu spinnen.

Für den ersten Anlauf finde ich es wirklich lustig. Ich bin gespannt, wie es verstrickt aussehen wird.

Auf jeden Fall passt es gut zu meinem Ponchogarn im Untergrund, vielleicht kommt es in den Kragen. Da es nur etrwa 40 Meter sind, reicht es dafür noch nicht, aber ich weiß ja jetzt, wie es geht.













Und ich finde, es passt ausgezeichnet zu dem Lagunen-Ringtop, das ich mir nach einer Anleitung von Angela Meier gebrutzelt habe (aber nicht heute) - ich freue mich schon, den Ring gemeinsam mit dem Poncho zu tragen.
Was habt Ihr denn so gemacht am "creadienstag"?

Freitag, 14. Februar 2014

...und sie lebten glücklich und zufrieden...

bis an ihr Lebensende, das hoffentlich noch in weiter, weiter Ferne liegt.

Es ist so ein Klischee! Ich kann es kaum glauben:
Heute habe ich mich ganz unbändig gefreut, dass mir mein Mann nach fast 20 gemeinsamen Jahren immer noch zum Valentinstag kleine Rosen schenkt, eine Karte voller Herzchen - und: juhuuuu! Konzertkarten für Max Raabe!

Ich bin überglücklich: Heute ist ein richtiger Freutag!