Noch dürfen sie vor der Haustür stehen, bis das neue Jahr anfängt. Dann kommen die Läuse wieder ins Sommerquartier.
Same procedere as every year.
Worüber habe ich mich im vergangenen Jahr besonders gefreut? Was hat gut funktioniert? Was möchte im im kommenden Jahr vertiefen?
Wovon möchte ich mich verabschieden?
Jeden letzten Tag des Jahres dieselben Fragen.
2012 war für mich ein gutes Jahr.
Ich hatte mir vorgenommen, das Bloggen zu lernen. Mindestens einmal pro Woche wollte ich etwas von mir zeigen, einmal im Monat einen "Schatz" anfertigen. Innerhalb eines Jahres erhoffte ich mir 10.000 Besucher. "Nimm Dir nicht zuviel vor," sagte mein it-erfahrener Sohn - aber heute sind es fast 14.000, die mein Besucherzähler anzeigt.
Damit bin ich sehr zufrieden - und auch damit, wie sich meine Geschmeidevorräte entwickelt haben.
Im kommende Jahr wird es keinen "Schatz des Monats" in dieser Form mehr geben, soviel Zeit werde ich nicht mehr investieren können - aber natürlich wende ich mich nicht von der Schmuckgestaltung ab.
Mein wichtigstes Vorhaben für 2013 wird das NEIN-Sagen-Lernen. Ich will lernen, nichts nur aus dem Grund zu tun, weil es von mir erwartet wird. Ich will lernen, mit den daraus resultierenden Enttäuschungen umzugehen, ohne mich niederdrücken zu lassen. Ich will mich freundlich, wie die Wichtelläuse, von schlechtem Gewissen verabschieden - und schreibe es auf, um es nicht zu vergessen.
Kommt friedlich ins Neue Jahr hinüber! Guten Rutsch wünscht Euch allen
Heidi Sonnenlicht
Montag, 31. Dezember 2012
Samstag, 29. Dezember 2012
Grünes Gold
Oro verde, das hatten wir doch schonmal. Jetzt gibt es als Schatz des Monats Dezember dazu passend einen ganzen Arm voll (na gut, ein Handgelenk) Armreifen.
In der Weihnachtszeit bin ich nicht oft zum Fädeln gekommen, da standen andere Sachen im Vordergrund wie Plätzchenbacken und Geschenkebasteln.
Der eigentliche Schatz in diesem Monat war mein Adventskalender. Er hat mir die kostbarsten Momente beschert.
Soviel Armreifen, wie es hier aussieht, sind es gar nicht, die bronzefarbenen Reifen sind über die Jahre gesammelt.
Aber vier von ihnen sind aus Perlen gefädelt.
Der obere geht auf ein Peyote-Design von Sabine Lippert zurück, die beiden mittleren sind einfache RAW-Konstruktionen, wie sie zum Beispiel bei Marcia DeCoster und Heather Collin beschrieben werden.
Der untere Reifen wurde entworfen von Cynthia Rutledge und heißt Honeycomb Bangle. In diesen Farben sieht er tatsächlich aus wie Bienenwaben.
Nun ist das Jahr der Schätze abgeschlossen, 2012 neigt sich dem Ende zu.
Donnerstag, 27. Dezember 2012
Schmetterlinge

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk: Ich habe wieder einen funktionierenden Fotoapparat - einen Olympus SZ14. Nun muss ich ihn nur noch beherrschen lernen. Dafür waren wir gestern in der Schmetterlingsausstellung im Botanischen Garten München. Die kann ich allen, die sich mit neuen Kameras und Makroaufnahmen beschäftigen wollen, nur wärmstens ans Herz legen.
Die Schmetterlinge sind wunderschön, zart, bunt und feingliedrig.
Dafür, dass ich die Bedienungsanleitung vergessen hatte, bin ich mit diesen ersten Bildern hochzufrieden. Obwohl es im Palmenhaus zwischen den hohen Pflanzen feucht und dunkel ist (und die Schmetterlinge nicht ruhig sitzen bleiben, die Biesters!), liefert mir die Kamera recht feine Details.
Meine alte Kamera ist mir schon im November ausgestiegen, für den Weihnachtskalender musste ich auf Bilder aus Melanies Fotoapparat und Sohnes Handy zurückgreifen. Nun bin ich überglücklich, selbst wieder fotografieren zu können, sogar diese Makros im ersten Anlauf.
Vielen Dank, meine Liebsten!
Montag, 24. Dezember 2012
Adventskalender Heiligabend
Diese Perle war die allererste, die ich
als rückhaltlos gelungen betrachtete. Sie erhielt als erste ihr
eigenes Foto, ganz für sich alleine.
Jetzt muss ich lächeln, weil ich auf
den ersten Blick sehe, dass im Spiegelbild die rechte Perlenwand viel
dicker und ausgebeulter ist als die linke. Das ist mir nie
aufgefallen - und ich weiß auch nicht, ob ich es heute besser
könnte.
Die Technik hat mir Anka gezeigt, sie
ist wirklich eine gute, geduldige Lehrerin.
Zuerst drehte ich mir einen Twistie aus
dunklem transparentem Moretti-Amethyst mit Moretti-204-Weiß, von
dem ich das beste, regelmäßigste Stück herausbrach und beiseite
legte.
Dann baute ich mir ein
Moretti-064-schwarzes Rad, dessen Umfang etwas kürzer war als mein
Twistie. Das war für mich keine leichte Aufgabe: Hier ist Augenmaß
gefragt. Ich legte das gute Stück Twistie um das Rad herum,
verschmolz Anfang und Ende miteinander und sorgte für gleichmäßige
Verbindung zum Untergrund.
Das Rad vergrößerte ich mit einer
gewaltigen Menge Lauscha-Soft-Klarglas auf etwa den vierfachen
Radius. Spätestens jetzt zweifelte ich stark, ob mein Fauchi
Feuerteufel es jemals schaffen würde, diese Glasmasse zu einer Kugel
herunterzuschmelzen.
Aber nach etwa 20 Minuten Beheizen
beider Radseiten hatte er es geschafft: Der Twistie war zu Lamellen
auseinandergelaufen, die Umgebung der Löcher schrie nach Hilfe –
und auch dafür zeigt mir Anka die Lösung: Rund um den Dorn wurden
fünf weiße kleine Dots gesetzt, eingeschmolzen und mit
amethystfarbenen Punkten abgedeckt. Um diese einzuschmelzen heizte
ich nur noch auf den Dorn, dadurch wurde der unsaubere Abschluß der
Lamellen vollständig abgedeckt.
Diese Prozedur wiederholte ich auf der
anderen Seite der Perle und setzte zuletzt die erhabenen Dots.
Habt einen friedvollen Heiligen Abend
und ein Frohes Fest!
Sonntag, 23. Dezember 2012
Adventskalender 23. Dezember
Eine 064-schwarze Grundperle wird zu
einem Quader geformt. Dazu wickle ich einen Zylinder auf den Dorn,
der etwas länger ist als sein Durchmesser. Den lege ich auf einer
Flise ab und rücke mit dem Paddel oder Fischmesser von oben darauf.
Diese Prozedur wiederhole ich um 90° versetzt.
Auf jede der vier erhaltenen Flächen
setze ich einen großen 276-Elfenbein-Dot, auf die Eckpunkte, also
rechts und links zwischen die Dots, noch kleinere. Ich lasse sie
einschmelzen, bis eine harmonisch gerundete, noch leicht gestreckte
Kugel entsteht.
Jetzt kommen auf die großen hellen
Flächen je vier Punkte Double Helix Clio. Sie sollten ringsum einen
gleichmäßigen kleinen Abstand aufweisen. Auch auf die kleinen
Seitendots werden Punkte gesetzt.
Nach einem kurzen Herunterschmelzen, so
dass die Dots etwas breitgeflossen sind, setze ich auf die
Clio-Vierergruppen winzige Double-Helix-Kronos-Punkte, am besten aus
einem Glasfaden. Diese Pünktchen habe ich nicht mittig aufgetragen,
sondern zum Zentrum hin versetzt. Auf die äußeren kleinen Dots
kommen mittig Kronospünktchen.
Nun heize ich erstmal wieder die
gesamte Perle gründlich bis zum Dorn auf und lasse sie wieder soweit
abkühlen, dass sie nicht mehr glüht. Danach richte ich die Flamme
auf die Mitte einer Vierergruppe und steche mit meiner
Strumpfstricknadel tief bis fast auf den Dorn, wiederhole das erst
auf der gegenüberliegenden Seite und dann bei den beiden anderen
Blümchen.
Die Perle wird durch die sauerstoffarme
Flamme gewedelt und möglichst bis zum Abdecken mit
Lauscha-Soft-Klarglas nicht mehr stark aufgeheizt, damit der
Lüsterglanz nicht verlorengeht. Auf die Seitendots werden kleine
Klarglaspunkte gesetzt, auf die Blumen je ein großer, der nur einen
schmalen Elfenbeinrand stehenläßt.
Nun wird die Perle noch
rundgeschmolzen, dabei bildet sich die endgültige Form der
Blütenblätter – getempert und ins Vermiculit gelegt.
Einmal werden wir noch wach...
Samstag, 22. Dezember 2012
Adventskalender 22. Dezember
Für diejenigen, die bis hier
aufmerksam mitgelesen haben, wird der Aufbau dieser Perle nicht mehr
neu sein.
Auf eine Moretti-064-schwarze
Grundperle werden 276-Elfenbeindots aufgetragen. Ich setze 4 Punkte
von einem Loch zum anderen, das wiederhole ich dreimal, jeweils um
90° versetzt. Anschließend kommen die fehlenden Dreierreihen
dazwischen.
Nach dem Einschmelzen gebe ich Double
Helix Clio darauf und erhitze erst die ganze Perle stark, danach
Punkt für Punkt. Auch hier beginne ich mit einer Viererreihe, steche
mit meiner Stricknadel erst den 2.v.l., dann den rechten, den linken
und den 2.v.r.
Als nächstes bearbeite ich die
gegenüberligende Viererreihe. Das klingt vielleicht etwas chaotisch,
aber durch den Ortswechsel stelle ich sicher, dass mir nicht Teile
der Perle zu stark auskühlen.
Wenn die Viererreihen alle eingestochen
sind, wende ich mich den Dreierreihen zu, Auch hier mache ich es so:
Erst die Mitte, rechts, links und dann die gegenüberliegende Seite
usw.
Wenn alle 28 Augen angelegt sind, wedle
ich die Perle durch die sauerstoffarme Flamme (beim Feuerteufelchen
bedecke ich dabei die Luftzufuhrlöcher) und setze in derselben
Reihenfolge Lauscha soft Klarglas auf jedes Auge. Dabei versuche ich
zu vermeiden, dass die Lüsterschicht wieder weggebrannt wird,
arbeite also möglichst kühl.
Jetzt wird die Perle wieder gründlich
bis zum Dorn hin durchgeheizt, ganz zuletzt setze ich die kleinen
Nöppchen aus Double Helix Elektra auf, schmelze sie an, wedle noch
einmal – fertig. Ab mit ihr ins Vermiculitbett.
Nur noch zwei Tage bis Heiligabend.
Freitag, 21. Dezember 2012
Adventskalender 21. Dezember
Diese Farbvariation gehört zu meinen
Lieblingen.
Auf eine 016-dunkeltopazfarbene
Grundperle (schwarz geht auch oder 014-topaz) werden in drei Runden
je fünf 276-Elfenbein-Dots gesetzt, in die Mitte die größten, zum
Dorn hin kleiner werdend.
Die mittlere und die äußeren
Dotreihen werden mit Reichenbach Multicolor hell aufgestockt, die
dazwischen mit Reichenbach Multicolor dunkel.
Ich heize jetzt nur auf die Dots der
Mittelreihe, bis sie wirklich glühen. Dann wedle ich mit dem Dorn
temperamentvoll (nenee, lasst Euch nicht veräppeln) in der Gegend
herum, um eine schnelle Abkühlung zu erreichen. Dann heize ich Punkt
für Punkt auf und steche mit einer wirklich kalten Stricknadel (ich
nehme sie aus dem Wasserglas) das Auge hinein. Durch den
Temperaturschock ergibt sich der blaue Ring um die Luftblase.
Natürlich ist immer darauf zu achten,
dass die Temperaturunterschiede nicht so groß werden, dass die Perle
*knacks* springt.
Ich erhitze Moretti-004-Klarglas und
gebe auf jeden Punkt einen weiteren Tupfen. Nun wird die Perle
rundgeschmolzen und bis zum Dorn hin durchgeheizt. Zuletzt setze ich
MC hell-Pünktchen auf, lasse sie sich setzen, nehme sie aus der
Flamme, lasse sie etwas abkühlen und führe sie nur ganz kurz durch
die heißeste Flammenzone. Dadurch bildet sich der rötliche
Schimmer. Verzichtet man auf das zweite Aufheizen, bleiben die
Pünktchen hellgrün.
Die benachbarten Spacer wurden aus MC
dunkel (links) und MC hell (rechts) gewickelt.
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